Kolumbianische Guiso (Hogao)
- vor 13 Stunden
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Das kolumbianische Guiso gehört zu diesen Rezepten, die in jedem Bissen Geschichte erzählen. Es ist die Grundlage für viele traditionelle Gerichte, weshalb viele Köchinnen und Köche es die „kolumbianische Muttersauce“ nennen: Aus diesem Tomaten‑Zwiebel‑Sofrito entstehen Bohnen, Sudados, Sancochos, Reisgerichte wie Atollado und unzählige hausgemachte Rezepte.
Seinen Ursprung hat es im spanischen Sofrito aus Knoblauch, Zwiebeln und Paprika, das in der Kolonialzeit nach Amerika kam; hier fügten afrodescendiente und bäuerliche Hände die Tomate hinzu und verwandelten es in das Guiso, das wir heute in weiten Teilen Lateinamerikas kennen – mit Variationen von Land zu Land und von Region zu Region innerhalb Kolumbiens.

An der Karibikküste hat das Guiso seinen ganz eigenen Charakter: Man verwendet mehr rote Zwiebeln als Lauchzwiebeln, viele Familien nehmen weniger Tomate, und traditionell wird Ají dulce hinzugegeben, um ihm Aroma und Tiefe zu verleihen. In meiner küstentypischen Version, hier in Deutschland, passe ich das Rezept an, indem ich viel Tomate verwende (weil ich es gerne schön saftig habe) und den Ají dulce durch süßes Paprikapulver ersetze, das hier leicht zu bekommen ist und eine schöne Farbe und einen köstlichen Geschmack verleiht.
Dieses Guiso benutze ich zum Zubereiten von Linsen, Bohnen, Huevos Pericos, Hähnchen‑Sudado, Fleischgerichten, um es mit Kartoffeln, gekochter Yuca, Arepas, Patacones zu essen und sogar als Basis für ein leckeres Garnelen‑ oder Meeresfrüchte‑Encocado.
Kolumbianische Küsten‑Guiso (Hogao von der Karibikküste)
Zutaten:
2–3 Stangen Frühlingszwiebeln
2 große rote Zwiebeln
5–6 große Tomaten, gerieben
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1/2 TL süßes Paprikapulver oder nach Geschmack
Salz nach Geschmack
Pflanzenöl (zum Anbraten)

Zubereitung:
Zwiebeln und Knoblauch anbraten
Etwas Öl in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze erhitzen.
Wenn es heiß ist, die in Stücke geschnittenen Frühlingszwiebeln und die fein geschnittenen roten Zwiebeln zusammen mit dem gehackten Knoblauch hinzufügen. Etwa 5 Minuten anbraten, dabei gelegentlich umrühren, bis die Zwiebeln glasig und duftend sind.
Tomaten und Gewürze hinzufügen
Die geriebenen Tomaten dazugeben. Du kannst sie auch gewürfelt verwenden, aber durch das Reiben nutzt du den Tomatensaft besser und das Guiso wird homogener.
Das süße Paprikapulver und eine Prise Salz hinzufügen. Ein guter Tipp ist, das Salz an diesem Punkt zuzugeben, damit das Gemüse seine Säfte besser freisetzt und das Guiso aromatischer wird.
Bei niedriger Hitze garen
Bei mittlerer Hitze mit Deckel köcheln lassen, bis die Mischung leicht zu blubbern beginnt.
Sobald es kocht, die Hitze reduzieren, erneut zudecken und weitere 15 Minuten garen, dabei gelegentlich umrühren, damit nichts ansetzt. Das Guiso soll saftig sein, mit gut eingebundener Tomate und sehr weicher Zwiebel.
Den Geschmack durch längeres Garen intensivieren (optional)
Wenn du eine größere Menge Guiso kochst und es noch konzentrierter und aromatischer haben möchtest, kannst du es nach dem Aufkochen 25–30 Minuten bei niedriger Hitze mit Deckel weiterköcheln lassen. Achte nur darauf, ab und zu umzurühren und bei Bedarf den Salzgehalt anzupassen.
Aufbewahrung, Verwendung und Geschmacksvariationen
Dieses Küsten‑Guiso eignet sich perfekt für viele Gerichte: Linsen, Bohnen, Rührei mit Frühlingszwiebeln, gezupftes Hähnchen, geschmortes Fleisch oder als Basis für ein Encocado mit Garnelen oder Meeresfrüchten.
Wenn du eine größere Menge zubereitest, bewahre es gut verschlossen bis zu 3 Tage im Kühlschrank auf.
Du kannst es auch in kleinen Portionen einfrieren, um es jederzeit zur Hand zu haben und zum Beispiel unter ein schnelles Rührei unter der Woche zu mischen.
Wenn du mit den Aromen spielen möchtest, kannst du ein wenig Kurkumapulver für mehr Farbe hinzufügen oder je nach geplanter Verwendung gemahlenen Kreuzkümmel oder gemahlenen Koriander untermischen.
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